Ein junger Mann mit dunklen Haaren schaut schüchtern, aber freundlich in die Kamera.

Appell: Infektionsschutz für alle!

Organisationen und Verbände auf Landesebene fordern sofortige Abkehr von Massenunterkünften

Bochum, 22.05.2020. Immer noch werden Asylsuchende in NRW in großen Unterkünften untergebracht, in denen die Wahrung der durch die Coronaschutzverordnung NRW vorgegebenen und vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Maßnahmen und Standards nicht möglich ist.

Asylsuchende sind somit in erhöhtem Maße einem Risiko ausgesetzt, an Covid 19 zu erkranken. Bereits in mehreren Landesaufnahmeeinrichtungen ist es zu Masseninfektionen gekommen. Mit beigefügtem Appell fordern die ErstunterzeichnerInnen aus der Flüchtlings- und Integrationsarbeit, der Wohlfahrt, der Jugend- und Vulnerablenarbeit die sofortige Evakuierung aller Menschen, die zur Risikogruppe gehören sowie die dezentrale Einzel- bzw. Familienunterbringung.

„Für Asylsuchende müssen die gleichen Schutzmöglichkeiten gelten wie für die restliche Bevölkerung“, sagt Birgit Naujoks, Geschäftsführerin des Flüchtlingsrats. „Die akute Situation verstärkt ohnehin vorhandene Probleme der Unterbringung in Massenunterkünften und offenbart zudem deutlich bestehende Gesundheitsrisiken durch die erhöhte Ansteckungsgefahr. Deshalb sollte das Land aus diesen Erfahrungen auch langfristig Konsequenzen ziehen und auf die Unterbringung in Massenunterkünften verzichten.“

Der Appell steht ab heute zur Unterzeichnung für weitere zivilgesellschaftliche AkteurInnen bereit. Initiativen, Organisationen und Verbände, die sich dem Appell anschließen möchten, können sich hier eintragen.

 

Bild: ©Jazzmany/shutterstock